TERMINE
Disclaimer: Die Terminrubrik ist eine Plattform für kreisweite Aktionen und Veranstaltungen zu den Themenbereichen Rassismus und Rechtsextremismus und ihren Facetten. Die Fachstelle NRWeltoffen stellt die Termine ein, ist jedoch nicht gleichzusetzen als Veranstalterin. Gern können wir auch zugesendete Termine einstellen unter post@gegenrechts.info
03.08.2026
Vortrag zum internationalen Holocaust-Gedenktag der Sinti und Roma
Der Völkermord an den Sinti und Roma und die BRD. Der lange Weg der Anerkennung 1949-1990
Montag, 03.08.2026, 19 Uhr, Seminarraum Gedenkstätte Zellentrakt, Rathausplatz 1, Herford
Referent: Dr. Sebastian Lotto-Kusche, digital zugeschaltet
Teilnahme kostenlos, Anmeldung erbeten per Email an info@zellentrakt.de
Zum Internationalen Holocaust Gedenktag der Sinti und Roma:
Vortrag über die Anerkennung des NS-Völkermords an den Sinti und Roma in der Bundesrepublik bis 1990
In seinem Vortrag untersucht Dr. Sebastian Lotto-Kusche die diskursiven Kämpfe um die Anerkennung des NS-Völkermords an Sinti und Roma in der Bundesrepublik bis 1990. Dabei wird unter Anerkennung zweierlei verstanden: die Akzeptanz der Verbände der Sinti und Roma als legitime Gesprächspartner der Bundesregierung sowie die Bewertung der „NS-Zigeunerverfolgung‟ als „rassisch‟ motiviertes Verbrechen in Politik und Wissenschaft. Auf der Grundlage umfassenden Quellenmaterials von Bundesbehörden und politischen wie zivilgesellschaftlichen Akteuren entsteht eine Diskursgeschichte dieses langwierigen Anerkennungsprozesses. Sie zeigt, dass bis tief in die 1960er Jahre hinein ein durch und durch rassistisches Bild der nationalsozialistischen Politik gegen Sinti und Roma vorherrschte. Dieser Denkstil geriet in den 1970er Jahren mit der Rezeption von internationalen Forschungsarbeiten immer stärker unter Druck. Doch erst in den 1980er Jahren begann mit der Anerkennung der Sinti und Roma als Gesprächspartner durch Bundeskanzler Helmut Schmidt auch die Erforschung des NS-Massenverbrechens.
Sebastian Lotto-Kusche ist Postdoktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History der Europa-Universität Flensburg. Er forscht zur Entwicklung der extremen Rechten, zur Geschichte von Sonder- und Hilfsschulen und zur Minderheitengeschichte. Promoviert wurde er 2022 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Studie zur Anerkennung des NS-Völkermords an den Sinti und Roma in der Bundesrepublik. Gemeinsam mit Marc Buggeln hat er 2024 ein Grundlagenkonzept zur Aufarbeitung der "Zweiten Verfolgung" der Sinti und Roma in der Bundesrepublik vorgelegt.
Anmeldung unter: info@zellentrakt.de
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Arbeit und Leben im Kreis Herford DGB/VHS e.V.
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